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Da stimmt was nicht

November 2016 - Wann immer über Konjunkturzyklen gesprochen wird, heißt es entweder "es geht bergauf" (wie erfreulicherweise jetzt gerade) oder "es geht bergab". Was auch uns selbst so geläufig und bedeutungssicher über die Lippen geht, wird sofort ins Gegenteil verkehrt, wenn wir aufs Fahrrad steigen. Zugegebenermaßen ist die Bergkuppe ebenso wie das wirtschaftliche "bergauf" nur durch Anstrengungen zu erreichen, aber ich habe die von der Konjunktur bekannte Eigendynamik auf dem Drahtesel noch niemals erlebt. Wenn wir dann "über den Berg" sind (etwas in jedem Fall Positives), dann geht es bergab − was wiederum nur den Radfahrer erfreut.


Gespalten auch mein Verhältnis zu der Aussage, dass "die Ampeln auf Grün stehen". Mir sind grüne Ampeln ein Graus, denn ich kann sicher sein, dass sie kurz vor dem Erreichen auf rot umspringen.


Ein ähnliches Problem habe ich mit der Formulierung, man möge doch mal "einen Gang runterschalten". Gemeint ist damit für gewöhnlich, dass jemand sich mehr Ruhe gönnen, tief durchatmen und das Ganze entspannter angehen soll. Ich frage Sie: Was passiert, wenn Sie bei einem Kraftfahrzeug tatsächlich einen Gang runterschalten? Die Drehzahl erhöht sich, der Motor wird lauter, der Antriebsstrang nervöser. Ein emotionaler Kickdown führt demzufolge zu Adrenalinausschüttung, erhöhtem Blutdruck, höherer Herzbelastung. Das aber war bei dem guten Ratschlag sicher nicht gemeint. Schalten Sie lieber mal einen Gang hoch, dann laufen − bei gleichem Tempo − die Kolben langsamer, der Motor ist ruhiger und der Energieverbrauch geringer.
Wenn es dann allerdings bergauf geht − siehe oben.


gefährliche ladung


Das Magazin für die Gefahrgut-Logistik

ISSN 0016-5808
Erscheinungsweise: 12 x jährlich
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