Alle Treffer anzeigen
Dieses Fenster schliessen

Der Fisch stinkt vom Kopfe

August 2015 - Früher war weiß Gott nicht alles besser, manches aber anders. Nur, weil heute vieles anders ist, muss es deshalb nicht automatisch besser sein. Betrachten wir einmal den Begriff "Nachhaltigkeit", der in aller Munde ist. Früher war der persönlich haftende Inhaber eines Unternehmens daran interessiert, nachhaltiges Wachstum zu erreichen. Er hätte das zu seiner Zeit so vermutlich nicht formuliert, aber er wusste – auch, wenn er sich gelegentlich als unausstehlicher Patriarch gerierte –, dass dies am ehesten zu erzielen war durch einen Mitarbeiterstamm, der sich dem Unternehmen zugehörig und in hohem Maße wertgeschätzt fühlte und damit ausreichend motiviert war, bei der Erfüllung der Unternehmensziele durch Arbeitseinsatz, neue Ideen und Impulse mitzuwirken. Das ging so weit, dass Geschäftsleitung und Mitarbeiter sich als Familie fühlten und auch in schlechten Zeiten fest zusammenstanden.


Heute sieht das meist anders aus: Arbeitgeber ist nun eine mehr oder weniger anonyme Gesellschaft, der Chef ein betriebswirtschaftlich ausgebildeter Söldner, einsetzbar in jedweder Branche. Geschäftsführungen großer Unternehmen gehorchen allein dem Diktat der Börsennotierung, ihre Verträge haben eine Laufzeit von wenigen Jahren und Fehlentscheidungen werden bei vorzeitiger Vertragsauflösung durch unverschämt hohe Abfindungen "belohnt". Kurzfristige Bilanzverschönerungen erreichen sie durch kurzsichtigen Abbau von Personal oder Sale-Lease-Back des Tafelsilbers. Und in schlechten Zeiten, wie sie unsere globalisierten Wirtschaftszyklen in immer kürzeren Abständen produzieren, müssen zu allererst die Mitarbeiter gehen, die die eigentliche Arbeit machen (und nebenher auch Verbraucher sein sollen). Wie soll damit Nachhaltigkeit geschaffen werden?


Unternehmensziele gleich welcher Art müssen vorgelebt und firmenintern gelebt sein, um sie mit Leben erfüllen zu können. Kommt Ihnen, geehrter Leser, das bekannt vor? All das gilt ebenso für "Sicherheit", damit sie nachhaltig sein kann.


gefährliche ladung


Das Magazin für die Gefahrgut-Logistik

ISSN 0016-5808
Erscheinungsweise: 12 x jährlich
» Bestellung Abo und Einzelheft