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Incentives für Gefahrgut

Mai 2006 - Gefahrgut ist nicht sexy. Niemand will wirklich etwas damit zu tun haben und selbst Hersteller und Transporteure dieser Güter wirken lieber im Stillen. Einziger Hinweis auf die Gefahrgut-Aktivitäten ist in der Regel ein Label und die orangefarbene Tafel. Und selbst diese dezenten Erkennungsmerkmale scheinen manchem noch peinlich zu sein. Oder wird vielleicht kein Hinweis auf das gefährliche Gut gegeben, um die Öffentlichkeit nicht zu beunruhigen? Soviel Rücksichtnahme ist kaum vorstellbar.


Fakt aber ist, dass - und ich nehme hier den Faden des letzten Monats aus gegebenem Anlass erneut auf - undeklariertes Gefahrgut mit allen Verkehrsmitteln weltweit transportiert wird und gelegentlich zu wirtschaftlichen Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe geführt hat, ganz abgesehen vom Potenzial des Verlustes an Menschenleben. Ein Grund dafür ist Unwissenheit an der operativen Basis - eine dringende Aufgabe für die Behörden aller Staaten. Ein anderer ist - freundlich formuliert - Sparsamkeit. Für Gefahrgut braucht man hochwertige Verpackungen und geschultes Personal, das die Beförderungspapiere korrekt ausstellt. Und man muss häufig eine Gefahrgut-Handlinggebühr (Surcharge) zahlen.


Transportfirmen können einmal darüber nachdenken, ob sie für korrekt angemeldete Gefahrgüter nicht einen Fracht-Rabatt geben sollten. Das wäre doch ein Anreiz, Gefahrgut nicht zu verstecken und vermutlich kostengünstiger als durch Großschäden ausgelöste, empfindlich steigende Versicherungsprämien.
Gefahrgut würde damit immer noch nicht richtig sexy, aber immerhin schon attraktiv.


gefährliche ladung


Das Magazin für die Gefahrgut-Logistik

ISSN 0016-5808
Erscheinungsweise: 12 x jährlich
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