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Kompromiss-Fähigkeit

September 2005 - Der diesjährige Gefahrgut-Preisträger Volker Krampe hat es dargelegt: Internationale Übereinkünfte sind nur auf Basis von Kompromissen möglich. Nun ja – ein gerüttelt Maß an Lobbyarbeit dürfte auch einen Gutteil dazu beitragen. Doch was ist ein Kompromiss? Eine "Einigung durch gegenseitige Zugeständnisse" hört sich gut an, bedeutet aber nicht mehr, als den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden – das muss im Ergebnis nicht sonderlich viel sein. Nicht umsonst spricht man ja auch vom "faulen Kompromiss".


Betrachten wir zur Vergegenwärtigung eine den meisten von uns bekannte Situation in der Partnerschaft: Er will grün, sie will rot – der faire Kompromiss ergibt (gemäß Farblehre) ein schmutziges braun. Ganz nebenbei: der eigentliche kleinste gemeinsame Nenner wäre in diesem Beispiel gelb. Mischt man übrigens alles zusammen, dann ergibt das schwarz.


Ohne in der aktuellen Wahlkampfatmosphäre politisch werden zu wollen, zeigt das Beispiel, dass Kompromisse nicht zwangsläufig auch optimale Problemlösungen darstellen. Bei zwei polarisierten Standpunkten könnte einer ja der richtige, also zielführende sein, während eine Kompromisslösung im Grunde niemandem nützt. Fragt sich nur, wer darüber entscheiden soll, welcher Standpunkt nun der optimale ist ...


Wie so oft, ist hier gesunder Menschenverstand gefordert. Der Begriff impliziert allerdings schon das Problem: Wir sind nur Menschen, beladen mit Schwächen. Und da ist es gelegentlich opportuner, Entschuldigungen für unsere Schwächen zu finden als den Verstand zu bemühen. Heraus kommt dann leicht ein Kompromist.


gefährliche ladung


Das Magazin für die Gefahrgut-Logistik

ISSN 0016-5808
Erscheinungsweise: 12 x jährlich
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