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Last Minute Papers

August 2005 - Erinnern Sie sich noch? Damals, in Ihrer Schulzeit, wie ihre Mitschüler - Sie natürlich nicht - morgens im Bus noch hastig die Hausaufgaben mehr schlecht als recht zu Papier brachten? Auf diese Weise ließ sich, wenn schon nicht beim Lehrer mit tiefem Wissen brillieren, so doch immerhin ein Eintrag im Klassenbuch vermeiden.

Die Zeiten haben sich nicht geändert. Nutzer öffentlicher Personen-Nahverkehrsmittel können die gleichen Beobachtungen noch heute machen. Allerdings haben sich auch viele Schüler von damals nicht geändert. Ich unterstelle einfach, dass einige von ihnen es in den gehobenen Verwaltungsdienst und an die Schaltstellen der Wirtschaft geschafft haben, von wo aus sie als "Vertreter der beteiligten Kreise" in Ausschüsse und Komitees delegiert werden.


Und wieder formulieren sie erst kurz vor dem Sitzungstermin ihre Anträge, die dann mangels Durchdachtheit von den anderen Teilnehmern kurzerhand abgeschmettert werden. So geschehen anlässlich der jüngsten SCTDG-Sitzung in Genf - fast 80 Prozent der vorgelegten Dokumente wurden nicht angenommen, weil sie als unvollständig angesehen wurden oder als spät eingereichte Dokumente (sog. INF Papers) wichtige Änderungen betrafen, vor deren Diskussion sich die Experten eine Bedenkzeit wünschten.

So bedauerlich ich die schlechte Vorbereitung auf wichtige Tagungen finde, so dankbar bin ich den Delegierten, dass sie ihren Kollegen die Last Minute-Mentalität nicht durchgehen lassen. Wie oft schon wurden Beschlüsse gefasst, die sich hinterher als unsinnig oder unnötig erwiesen. Und zwei Jahre später zu revidieren waren.

Effektiver allerdings wäre es, wenn alle ihre Hausaufgaben rechtzeitig und ordentlich machen würden!


gefährliche ladung


Das Magazin für die Gefahrgut-Logistik

ISSN 0016-5808
Erscheinungsweise: 12 x jährlich
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