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Nicht Gefahrgut ist riskant

April 2006 - Alles ist in bester Ordnung: Die Gefahrgut-Vorschriften sind weitgehend harmonisiert, Gefahrgutbeauftragte und beauftragte Personen sind geschult, Fehlerverzeichnisse der Vorschriften beschränken sich im Wesentlichen auf die Korrektur der Interpunktion, bei internationalen Tagungen wird Feintuning betrieben, die Sicherheits- und Qualitätsansprüche der Industrie wirken als effektives Regulativ, Transportdienstleister übertrumpfen sich gegenseitig mit freiwilligen Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit und es lohnt kaum noch den Aufwand, Unfallstatistiken zu erstellen. Das goldene Zeitalter des Gefahrgut-Transports scheint angebrochen.

Der Schein trügt. Selbst wenn die Sensationspresse uns nur noch ganz selten mit der Schlagzeile "rollende Bomben" betroffen macht - das Böse ist immer und überall! Vermehrt erreichen uns Berichte über falsch oder gar nicht deklarierte Gefahrgutsendungen. Solche "Trojanischen Pferde" werden nur in zwei Fällen entdeckt: Bei Unfällen und bei Kontrollen. Wobei bekanntlich üblicherweise nur Sendungen kontrolliert werden, die äußerlich als Gefahrgut erkennbar sind - somit also wenigstens mit einem Minimum an Gefahrenkommunikation versehen wurden.

Die zugegebenermaßen "gefühlte" Häufigkeit solcher Vorfälle lässt mich eine enorm hohe Dunkelziffer undeklarierter Sendungen annehmen. Und damit ein hohes, unberechenbares Risiko. Ein Risiko, dem keine Maßnahmen entgegengestellt werden können.

Sollten vielleicht nur noch "harmlose" Sendungen kontrolliert werden? Oder beteiligte Mitarbeiter aufgefordert werden, ihren Betrieb anonym anzuzeigen? Die Diskussion* ist eröffnet!

* unter www.gefahrgut-foren.de


gefährliche ladung


Das Magazin für die Gefahrgut-Logistik

ISSN 0016-5808
Erscheinungsweise: 12 x jährlich
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