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Nie wieder 100 Prozent

Juli 2008 - Erinnern Sie sich noch? Knapp 15 Jahre ist es her, dass die europäische Chemische Industrie ein System zur – nennen wir es "Einschätzung" von Sicherheits- und Qualitäts­bemühungen ihrer Logistikpartner einführte. Die zögerliche Formulierung rührt daher, dass seinerzeit zunächst ein Safety and Quality Rating System (SQRS) geplant war, dem sich die deutsche Chemische Industrie ob dieser Formulierung nicht anschließen mochte. Erst, als aus dem Rating ein Assessment wurde, sprangen BASF & Co. mit auf den Zug. Praktisch an dem sprachlichen Manöver war, dass sich ein englisch gesprochenes "SQRS" genauso anhört wie ein deutsch gesprochenes "SQAS".


Das System hat sich zwischenzeitlich prächtig entwickelt. Ständig an den Erfordernissen der Praxis orientiert, geht heute in den Bereichen Chemielogistik und Tankreinigung ohne eine SQAS-Auditierung gar nichts mehr. Was sich in all den Jahren aber unverändert gehalten hat, ist die Annahme vieler Logistiker, man habe es mit einem Rating-System, also mit einem Bewertungs-Schema zu tun. Dem ist aber nicht so.


Es geht bei der Auditierung eines Betriebes nicht darum, 100 Prozent der Fragen mit "Ja" zu beantworten, sondern die richtigen. Im Idealfall legt nämlich das Gegenüber − und das muss kein Chemieproduzent sein, sondern kann auch ein Transporteur und mithin Kollege oder Wettbewerber sein − eine individuelle Matrix/Schablone an, um herauszufinden, ob das Unternehmen den eigenen Anforderungen genügt. Und wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall ...


Letztendlich sollte das offene Gespräch unter Partnern gesucht werden, um mögliche Leistungsoptimierungen oder Defizite zu sondieren. Die Erstellung von Improvement Plans macht sich auch vom Marketing-Standpunkt aus sehr gut!


gefährliche ladung


Das Magazin für die Gefahrgut-Logistik

ISSN 0016-5808
Erscheinungsweise: 12 x jährlich
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