Risiko richtig eingeschätzt

April 2009 - Gerade ein Jahr ist es her, dass ein ICE der Deutschen Bahn in einem Tunnel bei Fulda mit Tempo 200 in eine Schafherde raste. Es gab Tote auf Seiten der Paarhufer, Verletzte bei den Zugreisenden, Rauchentwicklung innerhalb des Kunstbauwerkes. Welche Konsequenzen hat die Bahn gezogen?


Ein Beamter des Tiefensee-Ministeriums hatte seinerzeit ein Sofortmaßnahmenpaket aus der Schublade gezogen, das eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h vor und innerhalb von Tunneln vorsah, gekoppelt mit einer vollständigen Ausleuchtung der Röhren nicht unter 600 Lux. Problematisch daran war, dass die dafür vorgesehenen Glühlampen und Leuchtstoffröhren – so ein Hinweis aus Brüssel – in Kürze von der EU verboten würden.

Aufgrund seiner langjährigen und intensiven Erfahrungen mit Tunneln sprang das österreichische Verkehrsministerium den Deutschen zur Seite und schlug Warteräume – etwas für die Bahn Bekanntes – zum Sammeln von Zügen vor den Tunnelportalen vor. Pflicht zur Voranmeldung bei der jeweils neu einzurichtenden Tunnelaufsicht, Warnleuchte auf den Triebkopf, und sobald es sich lohnt, durch Polizei oder private Sicherungsunternehmen begleitete Tunnel-Lotsungen. Nachteil: Da die Züge sich erfahrungsgemäß nicht an Fahrpläne halten, gäbe es bei den Voranmeldungen ganz schnell ein heilloses Durcheinander.


Im Zuge der Diskussionen um das neue Kapitel 1.9 im ADR "Beförderungseinschränkungen durch die zuständigen Behörden" schließlich klingelte es bei den Bahn-Verantwortlichen. Warum nicht einfach eine Anleihe bei den Kollegen von der Straße nehmen? Derzeit laufen nun Beratungen über die Klassifizierung der Eisenbahntunnels in fünf Kategorien, die darüber entscheiden, wie viele Schafe gleichzeitig, nacheinander oder überhaupt in den Tunnel dürfen. Zwischenzeitlich sind die Lokführer gehalten, sich geeignete Umfahrungsstrecken zu suchen.

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