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Safety vs. Security

Februar 2013 - Würden Sie sich als Betroffener darüber Gedanken machen, ob Ihnen das Kaliumchlorat gerade aus terroristischer Absicht oder wegen Schlamperei des Versenders um die Ohren geflogen ist – vorausgesetzt, Sie sind dazu noch in der Lage? Ich denke, dass Ihnen dieser feine Unterschied einigermaßen egal wäre. Allerdings ist das statistische Risiko, Opfer eines "gefahrgutrechtlichen" Sicherheitsdefizites zu sein, sicherlich weitaus höher als jenes, Ziel einer Terrorattacke zu werden.


Es ist ja nicht so, dass die Behörden – wie so gern verkündet wird – immer und überall mit hundertprozentiger Gewissheit beurteilen können, was in jedem gescreenten Container befördert wird. Es ist auch kaum vorstellbar, dass das irgendeinen Beamten ernsthaft persönlich interessiert. Es bleibt ein Fakt: Wer genügend kriminelle Energie aufbringt, wird seine Kontrabande an den Kontrolleuren vorbei an sein Ziel bringen, und wenn es nicht beim ersten Mal auf die eine Weise funktioniert, dann eben beim zweiten oder dritten Mal mit einer anderen Methode.


Interessant wäre noch im Rahmen dieser Diskussion, ob in allen Teilen der Welt mit solcher Hingabe an der Erfüllung US-amerikanischer Security-Vorgaben gearbeitet wird wie hierzulande. Dabei wäre die qualitative und quantitative Überprüfung von Container-Inhalten aus jeder Ecke des Globus weiß Gott wünschenswert!


Wenn hinsichtlich der Überprüfung von Gefahrgutdeklaration, Ladungssicherung und korrekten Gewichtsangaben ebenso viel Aufwand betrieben würde wie für die (fragwürdige) Gewährleistung von "Security", dann wären die Transporte tatsächlich eine ganze Ecke sicherer. Praktischerweise könnte man sich der bereits etablierten Funktionen von "Bekannten Versendern" und "Reglementierten Beauftragten" auch für die Einhaltung aller anderen sicherheitlichen Aspekte bedienen. Dann wäre wenigstens nachvollziehbar und akzeptabel, dass sich die Lieferketten verteuern und verlangsamen.


gefährliche ladung


Das Magazin für die Gefahrgut-Logistik

ISSN 0016-5808
Erscheinungsweise: 12 x jährlich
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