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Sicherheit zu jedem Preis

Mai 2005 - Vermutlich im geschickten Vorgriff auf den Medienrummel um die Papstwahl entstand das Akronym MITRA* für ein EU-gefördertes Projekt zur Überwachung von Gefahrguttransporten mittels Satellitentechnik. Es ist nicht vollkommen aus der Luft gegriffen, anzunehmen, dass dieses Projekt in den nächsten Jahren zu einer politischen Willenserklärung umgesetzt wird und damit - inklusive zusätzlicher Kosten - auf die Transportwirtschaft zukommt. Schließlich wäre es technisch machbar, diente der Sicherheit und Sicherung, und wäre in seinen Konsequenzen ebenso unausgegoren wie andere, jüngste Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus.


Unter den Leitmotiven Sicherheit und Security lässt sich heutzutage alles machen. Fragen nach der Sinnhaftigkeit sind moralisch unzulässig, was hinsichtlich des dem zugrundeliegenden Dogmatismus erneut Parallelen zur Papstwahl erkennen lässt.
Doch wir sollten uns mit der Entwicklung abfinden, das Beste daraus machen. Ist es nicht geradezu erschreckend, dass Sicherheitsimpulse nicht mehr aus Deutschland kommen? Wir fragen ständig nach dem Sinn, dem Sicherheitsgewinn - würde nicht Gewinn allein schon reichen? Der weltweite Markt für Sicherheits- und Security-Lösungen wird euphorisch auf 100 Milliarden Euro und mehr geschätzt - wollen wir denn daran nicht teilhaben? Technologisch haben wir's doch gut drauf und Sicherheitsbewusstsein wurde uns schon mit der Muttermilch eingeflößt.


Also Schluss mit den kleinlichen Bedenken, dem Zaudern und Zögern. Sicherheit können wir schon lange, Geld stinkt nicht - und außerdem sind wir Papst!

* Mitra = Bischofsmütze


gefährliche ladung


Das Magazin für die Gefahrgut-Logistik

ISSN 0016-5808
Erscheinungsweise: 12 x jährlich
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