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Teure Freunde

Februar 2004 - Wer Massenvernichtungswaffen im eigenen Land verwahrt und seinen Bürgern das Tragen von Waffen zugesteht, hat es sicher schwer, öffentliche Sicherheit im Sinne von Security herzustellen. Wie fein sind die Trennlinien zwischen dem selbstverteidigungsbereiten Geschäftsmann und dem durchgeknallten Amokläufer, zwischen Verkehrsrowdy und Selbstmord-Attentäter?

Terror ist, wenn Angst in der Bevölkerung herrscht, und Ausdruck dieser Angst sind alle Bemühungen der US-amerikanischen Regierung, eben dieser Angst die Grundlage zu entziehen - ein schier unmögliches Vorhaben.
In einem Sturm operativer Hektik wurden − vorwiegend administrative − Schritte unternommen, um erhöhte Wachsamkeit zu demonstrieren. Politische Einflussnahme und wirtschaftlicher Druck führten schnell dazu, dass im Ausland vergleichbare − hier jedoch vorwiegend praktische und kostenintensive − Maßnahmen zum Schutz der USA ergriffen wurden. Vernünftigerweise ohne den Anspruch, tatsächlich mehr Sicherheit schaffen zu können, sondern lediglich die Hemmschwelle für potenzielle Angreifer zu erhöhen.

Da verwundert es nicht weiter, wenn die USA mit Hinweis auf die mangelhafte intellektuelle Aufnahmefähigkeit der Mitarbeiter im Import-Handling von Gefahrgut eine ganz bestimmte Reihenfolge der Angaben im Beförderungspapier vorzuschreiben wünschen. Und der Rest der Welt nickt dazu und überlässt es der Industrie, ihre Gefahrgut-Management-Software einmal mehr umzuschreiben.

Früher einmal hieß es: Von der SU lernen, heißt siegen lernen. Heute könnte man sagen: Von den US lernen, heißt siechen lernen.

gefährliche ladung


Das Magazin für die Gefahrgut-Logistik

ISSN 0016-5808
Erscheinungsweise: 12 x jährlich
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