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Ziemlich daneben

Oktober 2011 - Wie sehen die Äste eines abgestorbenen Baumes aus – dick oder eher dünn? Wie stellt sich dem menschlichen Auge die Horizontlinie dar – fett oder eher schmal? Über das Aussehen toter Fische möchte ich an dieser Stelle gar nicht erneut sinnieren. Doch eine neue, ungemein bedeutsame Frage beschäftigt Gremien, Überwacher, Spediteure und Aufkleber-Hersteller im Zusammenhang mit dem TFTB-Kennzeichen "Toter Fisch, Toter Baum": Wann ist ein Rand ein Rand? Oder eine Begrenzung? Oder eine Abgrenzung (der Vergleich zur Horizontlinie sei erlaubt)? Muss hinter dem Rand noch weiße Fläche kommen oder nicht? Fragen, die an hochnotpeinliche Verhöre im Mittelalter über die Form der Erde erinnern – ist sie eine Scheibe und was kommt nach dem Rand?


Ob man es glaubt oder nicht: Es werden tatsächlich gerade wieder ungeheuer Energie und Zeit darauf ver(sch)wendet, diese Fragen einer rechtssicheren Klärung zuzuführen! Und das ohne Beteiligung der Kirche! In der Schweiz werden Bußgelder verhängt. Wer sich gerade darüber freute, dass diese "Randerscheinung" ausnahmsweise mal nicht in Österreich zu beobachten war, der wird enttäuscht: Österreichische Kontrolleure haben zuletzt die Winkelradien von Warntafelecken moniert ...


Zudem tut sich eine weitere Baustelle auf: Wo ist "neben"? Muss das TFTB-Kennzeichen rechts neben dem Gefahrgut-Kennzeichen kleben oder kann es auch "südlich" davon angebracht werden? Auch links davon wäre "neben", darüber und – mit etwas gutem Willen – sogar davor und dahinter. "Neben" hat sprachlich auch die Bedeutung von "zusätzlich, aber sekundär", ganz anders als z.B. die Formulierung der "Frau an seiner Seite", die wahrlich keine Nebensache ist!
Sind diese Feinheiten denn nun wirklich so wichtig? Wirken sie sich nachteilig auf die Sicherheit aus? Mein Vorschlag: Einfach den Rand halten!


gefährliche ladung


Das Magazin für die Gefahrgut-Logistik

ISSN 0016-5808
Erscheinungsweise: 12 x jährlich
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