Lithiumbatterien: Recyclingverbände fordern Aufklärungsarbeit

Fehlwürfe bei der Erfassung von Elektroaltgeräten gefährden Recyclinganlagen. BDE, BDSV, bvse und VDM fordern, vermehrt zu kontrollieren, verstärkt zu informieren sowie Hersteller in die Pflicht zu nehmen.

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(mih) Brände von Abfällen während des Transports oder in Recyclinganlagen, die durch Selbstentzündungen von Lithiumbatterien infolge eines unsachgemäßen Umgangs ausgelöst wurden, sind häufig nur schwer zu löschen. Zudem verursachen sie große Schäden und hohe Kosten. Das Problem entstehe bereits bei der Erfassung der Abfälle, so die Recyclingverbände Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE), Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV), Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) und Verband Deutscher Metallhändler (VDM). Die Erfassung müsse gesetzeskonform erfolgen – dann sei sie sicher.

Die vier Verbände setzen sich aktiv dafür ein, über dieses Problem aufzuklären und zu informieren. Sie fordern alle in der Wirtschaftskette auf mitzuwirken – vom Hersteller über den Verbraucher bis hin zum öffentlich-rechtlichen Entsorger. Auch der behördliche Vollzug sei gefragt, in dem er die Übergabestellen überprüfe, ob diese die Anforderungen zur getrennten Erfassung umsetzen.

Der Transport von Elektrogeräten mit Lithiumbatterien und -zellen unterliegt den Vorschriften des Gefahrgutrechts; danach sind Absender, Verpacker, Verlader, Beförderer und Entlader gleichermaßen in der Pflicht. Um Gefahren durch Beschädigungen an Akkus entgegenzuwirken, die in Altgeräten verbaut sind, sieht daneben auch das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) vor, dass batteriebetriebene Altgeräte an den Übergabestellen in besonderen Behältern getrennt zu erfassen sind. Dies sei, so die Verbände, für einen sicheren Transport und den fachgerechten Demontageprozess in den Erstbehandlungsanlagen zwingend notwendig; sie dürften nicht in den Sammelbehältern der kabelgebundenen Altgeräte landen. Leider sei dies oftmals keine gelebte Realität, weil die Trennung im Vorfeld des Transports nicht gelinge. Immer wieder seien Brandfälle bereits auf dem Transportweg die Folge.

Bei der Erfassung der Elektronik-Altgeräte aus privaten Haushalten durch die Kommunen sei es zwingend erforderlich, dass flächendeckend die Annahme durch Fachpersonal gewährleistet ist oder zumindest entsprechende deutliche Hinweise zur richtigen Einsortierung vorhanden sind. Werde der Bürger damit allein gelassen, die Altgeräte einzuordnen, seien Fehlwürfe programmiert.

Des Weiteren würde eine Pflicht zur Kennzeichnung von Elektronik-Altgeräten helfen, um erkennen zu können, welche Art von Batterie (mit Lithium oder ohne) sich in dem Gerät befindet. Dies würde es schon enorm erleichtern, die Brandgefahr einschätzen zu können. Eine solche gesetzliche Pflicht für die Hersteller von Elektroaltgeräten bestehe derzeit nur bedingt, kritisieren die vier Recyclingverbände. Die Ausweisung solle gemäß § 28 ElektroG zwar auf einem sog. Beipackzettel erfolgen, der aber nicht bei den Recyclinganlagen ankomme. Weiterhin spiele das Produktdesign eine entscheidende Rolle, wenn Akkus nur mit erheblichem Aufwand und unter Risiko zu entnehmen seien, da gar kein Austausch vorgesehen sei.

Auch die Hersteller von Lithiumbatterien und -zellen sollten ihrer Produktverantwortung dadurch gerecht werden, indem sie aktiv insbesondere auch beim Verbraucher Aufklärungsarbeit leisten. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sollte verstärkt auf die Risiken und die richtige Entsorgung ihrer Produkte hingewiesen werden.

Die durch eine Vernachlässigung der Separierungspflicht entstehenden Probleme, wie die Brandproblematik, dürften nicht einseitig auf die Behandlungsanlagen übertragen werden. In mehreren Recyclinganlagen seien infolge von Bränden, die durch zerstörte Lithiumbatterien ausgelöst wurden, bereits Schäden in Millionenhöhe entstanden – zum Glück bislang ohne Personenschäden. Somit müssten alle, die in der Sammlungs- und Behandlungskette aktiv seien, endlich gemeinsam Verantwortung übernehmen. Dazu sollte eine Task Force gebildet werden, um Lösungen zu erarbeiten.

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