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Informationen zu Chemikalien müssen sich noch verbessern

Der jährliche Fortschrittsbericht der ECHA zu REACH enthält dieses Mal auch einen 10-Jahres-Überblick: Zwar verbessern sich Sicherheitsinformationen zu Chemikalien, aber es muss noch mehr getan werden.

07.03.2018 | Gefahrstoffe, GHS, REACH, Lagerung

(ur) Seit 2008 hat die ECHA die Einhaltung von 1.952 Registrierungen überprüft, von denen die meisten Datenlücken aufgewiesen haben. In den allermeisten Fällen fehlten wichtige Sicherheitsinformationen zu Chemikalien - hauptsächlich im Zusammenhang mit pränataler Entwicklungstoxizität, Mutagenität oder Genotoxizität, Reproduktionstoxizität und langfristiger aquatischer Toxizität. Insgesamt hat die ECHA 2.586 Informationsanfragen an die Registranten gestellt.

Im Jahr 2017 prüfte die ECHA die Zulässigkeit von 222 Registrierungen, von denen die meisten auf potenziell bedenkliche Stoffe entfielen. In 151 Fällen forderte die Agentur weitere Informationen an, die für den Nachweis der sicheren Verwendung des Stoffes unerlässlich sind.

"Evaluierungsaktivitäten spielen eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Sicherheit von Chemikalien in Europa. Wir werden unsere Bemühungen fortsetzen, um sicherzustellen, dass die Industrie über die Daten verfügt, die sie benötigen, um ihre Substanzen sicher zu verwenden. Dies verbessert auch die Sicherheit für die Verbraucher. Die Industrie muss ihre Dossiers ständig aktualisieren und dabei neue Informationen zu Tonnagen, Verwendungen, Expositions- und Gefahreninformationen berücksichtigen", sagt Bjorn Hansen, Executive Director der ECHA.

Die ECHA führt derzeit jedes Jahr 300-350 Follow-up-Evaluierungen durch, um festzustellen, ob die Registranten die verlangten Daten zur Verfügung gestellt haben. Durch die Konzentration auf potenziell besorgniserregende Stoffe prüft die ECHA auch die Notwendigkeit weiterer Risikomanagementmaßnahmen. Auf der Grundlage der Dossierbewertung hat seit 2013 die Agentur 73 Stoffe für eine mögliche harmonisierte Einstufung gekennzeichnet.

Zwischen 2012 und 2017 haben die Behörden der Mitgliedstaaten 221 Stoffe zur Klärung vermuteter Bedenken bewertet. Bei 159 Stoffen wurden weitere Informationen von den Registranten angefordert. Insgesamt wurden 74 Stoffbewertungen abgeschlossen. In 43% der abgeschlossenen Fälle haben die nationalen Behörden weitere Maßnahmen zur Bewältigung der Risiken der Stoffe in Erwägung gezogen.

Gemäß Artikel 54 der REACH-Verordnung veröffentlicht die ECHA bis zum 28. Februar jedes Jahres einen Bericht über die Fortschritte, die sie im vorangegangenen Kalenderjahr bei der Erfüllung ihrer Pflichten zur Bewertung erzielt hat. Neben dem 10-Jahres-Überblick und den Fortschritten bei den Evaluierungstätigkeiten im Jahr 2017 enthält der  Bericht auch wieder Empfehlungen für Registranten, wie sie ihre Registrierungsdossiers verbessern und aktualisieren können.

Schlüsselempfehlungen des aktuellen Reports:

    Aktualisieren Sie Ihr Dossier mit relevanten neuen Informationen.
    Begründen und dokumentieren Sie Ihren Ansatz der Beweislast.
    Stellen Sie robuste Gruppierungs- und Read-Across-Argumente bereit.

Weiterführende Informationen:
Evaluation under REACH
Evaluation under REACH: Progress Report 2017


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