2019 wird ein schwaches Chemiejahr

Die Chemienachfrage der deutschen und europäischen Industrie ist rückläufig.
Der Branchenverband VCI erwartet ein insgesamt schwaches Chemiejahr.

(ur) - Das Jahr 2018 ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie mit einem sehr schwachen vierten Quartal zu Ende gegangen. Das geht aus dem neuen Quartalsbericht 4/2018 hervor, den der Verband der Chemischen Industrie (VCI) veröffentlicht hat. So reagierten die Unternehmen mit einer Drosselung der Produktion auf die nachlassende Nachfrage in Deutschland und Europa. Durch einen Sondereffekt im Pharmabereich fiel der Rückgang besonders kräftig aus. Leicht steigende Chemikalienpreise konnten diese Entwicklung nicht ausgleichen. Der Umsatz in Deutschlands drittgrößter Industriebranche gab daher nach. Insbesondere das Auslandsgeschäft zeigte Bremsspuren. Die europäische Industrie senkte ihre Produktion und orderte weniger Chemikalien. Auch außerhalb Europas schwächte sich das Wirtschaftswachstum ab.

Prognose
Der VCI geht für 2019 nun von einem Rückgang der Chemieproduktion um 3,5 Prozent aus. Obwohl die Erzeugerpreise im Jahresverlauf ein Prozent steigen, sinkt der Branchenumsatz voraussichtlich um 2,5 Prozent auf 198,5 Milliarden Euro.

Produktion
Im vierten Quartal 2018 ist die Chemieproduktion um zehn Prozent im Vergleich zum Vorquartal gesunken. Sie war damit auch 6,3 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der starke Rückgang geht auf einen Sondereffekt im Pharmabereich zurück. Aber auch die reine Chemieproduktion sank im Vergleich zum Vorquartal um 3,2 Prozent.

Erzeugerpreise
Die Preise für chemisch-pharmazeutische Produkte stiegen von Oktober bis Dezember 2018 weiter. Sie lagen 0,4 Prozent über den Vorquartalswerten und 2,7 Prozent über Vorjahr.

Umsatz
Der Branchenumsatz ging im vierten Quartal 2018 um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück und betrug 46,5 Milliarden Euro. Damit lagen die Erlöse der Branche 0,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Geschäft im Inland konnte zuletzt zulegen, aber das Auslandsgeschäft erlitt einen deutlichen Rückschlag.


Beschäftigung
Trotz der Konjunkturabschwächung haben die Chemie- und Pharmaunternehmen auch im vierten Quartal 2018 mehr Personal eingestellt. Die chemisch-pharmazeutische Industrie beschäftigt derzeit 462.000 Mitarbeiter. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

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