Korrosivitätsprüfung bei Schüttgütern

Wie die Korrosivität gereinigter ätzender Stoffe, die nur als Schüttgut gefährlich sind, geprüft werden soll

(ur) Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr hat das Rundschreiben des Schiffssicherheitsausschusses MSC der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) MSC.1/Rundschreiben 1600, „Vorläufige Anleitung für die Durchführung der Korrosivitäts-Prüfung gereinigter ätzender fester Stoffe, die nur als Schüttgut gefährlich sind (MHB (CR))“, mit Datum vom 7. April 2021 in deutscher Sprache bekannt gemacht (VkBl. 2021 S. 472).

Diese Anleitung erweitert und detailliert das MHB(CR)- Prüfverfahren zur Bestimmung der Korrosivität von Schüttgut-Stoffen. Das Verfahren sieht vor, mit repräsentativen Ladungs-Proben  und entsprechend den Bedingungen bei der Verschiffung, die Korrosivität zu prüfen. Die Anleitung ist in Verbindung mit der MHB(CR)-Prüfungsbeschreibung - Abschnitt 9 des International Maritime Solid Bulk Cargoes Codes (IMSBC) - und dem UN-C1-Prüfverfahren (Abschnitt 37.4 des UN-Handbuchs über Prüfungen und Kriterien) von den die Prüfung ausführenden Prüflabors anzuwenden.

Das Verfahren ist ein beschleunigter Korrosions-Probelauf bei einer Temperatur von 55 °C, bei dem der Korrosions-Wert des Stahlprobestücks, das einem Schüttgut-Stoff ausgesetzt wird, bewertet wird. Die Prüfdauer muss mindestens sieben Tage betragen, was entsprechend dem vorhandenen UN-C.1-Prüfverfahren auf 14, 21 und 28 Tage ausgedehnt werden kann. Jede Prüfung ist so durchzuführen, dass eine Wiederholbarkeit gewährleistet ist.

Um das vorgeschlagene Prüfverfahren umzusetzen, sind geringfügige Änderungen des Abschnitts 9 des IMSBC-Codes, besonders des Absatzes 9.2.3.7.3, nötig.
Der Unterausschuss „Carriage of Cargoes and Containers“ hat die von einigen Ländern und Organisationen vorgeschlagenen Änderungen zur Aufnahme in die Änderung 06-21 des IMSBC-Codes empfohlen. Die Änderung 06-21 des IMSBC-Codes würden dann am 1. Januar 2023 in Kraft treten.

Die „Vorläufige Anleitung zur Korrosivitäts-Prüfung gereinigter ätzender fester Stoffe, die nur als Schüttgut gefährlich sind (MHB (CR))“, geht auf eine Initiative der Länder Australien, Brasilien, Kanada, der Vereinigten Staaten sowie der „National Association of Corrosion Engineers“ (NACE International) und der International Iron Metallics Association (IIMA) zurück.

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