Seegüterumschlag bricht ein

Der Hamburger Hafen bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren

(ur) In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 wurden im Hamburger Hafen 61,2 Millionen Tonnen Seegüter an den Terminals geladen oder gelöscht. Das ist ein Rückgang von zwölf Prozent. Betroffen sind beide Hauptumschlagsegmente. Der Stückgutumschlag mit 42,5 Millionen Tonnen (-12,2 Prozent) und der Massengutumschlag mit 18,7 Millionen Tonnen (-11,7 Prozent) blieben beide deutlich unter dem Vorjahresergebnis. Im Segment Containerumschlag wurden in Hamburg im ersten Halbjahr insgesamt 4,1 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) über die Kaikanten gehoben. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Rückgang von 12,4 Prozent.

Den größten Volumenrückgang gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beim Import. Der Import fiel insgesamt mit 33,7 Millionen Tonnen (-16,3 Prozent) in den ersten sechs Monaten deutlich schwächer als der Export aus, der mit insgesamt 27,5 Millionen Tonnen (-6,1 Prozent) nur einen einstelligen Rückgang verzeichnet. Auf der Importseite führten vor allem die gesunkene Stahlproduktion zu weniger Umschlag von Erz und Kohle.

Beim Containerumschlag mit den vom Volumen her wichtigsten zehn Handelspartnern des Hamburger Hafens verlief die Entwicklung in den ersten sechs Monaten sehr unterschiedlich. Vor allem der Einbruch im seeseitigen Containerumschlag mit China (-16,4 Prozent), Hamburgs mit Abstand wichtigstem Handelspartner, konnte nicht durch positive Entwicklungen anderer Länder ausgeglichen werden. Hinzu kommt, dass neben China auch Russland (-14,9 Prozent), Schweden (-13,3 Prozent), Südkorea (-14,4 Prozent), Dänemark (-2,7 Prozent) und Polen (-10,5 Prozent) Rückgänge im seeseitigen Containerumschlag aufweisen.

Zu den Handelspartnern mit einem Zuwachs zählen neben den USA (+1,7 Prozent), Singapur (+5,5 Prozent), das Vereinigte Königreich (+39,0 Prozent) und Malaysia (+1,7 Prozent).
Für die im Ranking der Containerpartner auf Position zwei folgenden USA konnte im ersten Halbjahr mit insgesamt 288.000 TEU noch ein Wachstum von 1,7 Prozent verzeichnet werden. „Diese auffällig gute Entwicklung ist auf vier Anfang 2019 in Hamburg gestartete Transatlantikdienste zurückzuführen, die sich inzwischen sehr gut entwickeln konnten und für größere Umschlagmengen vor allem im Containerverkehr mit den USA sorgen“, sagt Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. Auch das auf dritter Position liegende Singapur erreicht mit 212.000 TEU in den ersten sechs Monaten ein Plus von 5,5 Prozent. Einen bedeutenden Anteil an diesem Zuwachs erbringen nach Einschätzung von Mattern die via Singapur gerouteten Transhipmentverkehre mit Ländern der Region. Aus Großbritannien wird vor allem Leercontainer-Equipment für die deutsche Industrie geliefert.

Für die kommenden Monate gehen Axel Mattern und sein Vorstandskollege Ingo Egloff davon aus, dass sich der Hamburger Hafen zunächst noch auf eine Fortsetzung der Blank Sailings (von Reedern abgesagte Schiffs-Abfahrten - die Redaktion) und einen eher langsam wieder anziehenden Gesamtumschlag einstellen kann. „In den beiden letzten Monaten wurde mit dem langsamen Anfahren der Wirtschaft in China und in Europa eine Stabilisierung bei den Schiffsabfahrten erreicht. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Talsohle der pandemiebedingten Rückgänge im Seegüterumschlag inzwischen erreicht haben und wir in der Wirtschaft eine erste spürbare Erholung und Besserung der Lage zum Jahresende feststellen werden“, erläutert Ingo Egloff. Dennoch geht die Marketingorganisation des Hamburger Hafens davon aus, dass ein sehr gutes Umschlagergebnis wie aus dem Vorjahr in diesem Jahr nicht mehr zu erreichen ist.

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